Japan Reise: Frühjahr 2012

 

Japan Reise im April 2012:

Hier ist mein Bericht von unserer Japanreise. Ich war erstmals gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Kai in einem Tee-Anbauland unterwegs. Bisher waren wir immer getrennt auf Reisen. Das bedeutete nun, dass wir für die Dauer unserer Reise unseren Versand schließen mussten. Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei unseren treuen Kundinnen und Kunden, dass Sie die Zeit geduldig gewartet haben. Wir sind glücklich, dass Ihre Rückmeldungen sowohl in unserem Ladengeschäft, als auch im Versand so positiv sind. Danke sehr — domo arigato gozaimasu!

Japan-Teereise im April:

Vom 17. bis 27. April 2012 waren wir zu einigen Teegärten in Japan unterwegs. Während ich schon am 17. ins Flugzeug stieg, so dass ich schon am 18. in Osaka-Kansai landete, war mein Geschäftspartner noch einen Tag länger im Büro und traf erst am 19. ein.

Mit dem Haruka-Express von Kansai nach Kyoto:

In Kansai eingetroffen, ging es dann mit dem Haruka-Express nach Kyoto. Gemeinsam mit Helmut vom Teehaus Cöln machte ich mich gleich auf den Weg einige Tempel zu besuchen, denn gerade die japanische Teekultur war und ist tief eingebunden ins buddhistische Gedankengut.

Zu Fuß auf Tempel-Entdeckungstour:

Wir gingen zu Fuß auf Entdeckungsreise, obwohl die freundliche Hotelrezeptionistin uns eher zum Bus riet.

Higashi Hongan-ji:

Der erste Anlaufpunkt lag sowieso in der Nähe des Koyotoer Bahnhofs: die Higashi Hongan-ji Tempelanlage, zu der auch die Amida-Buddha-Halle gehört. Eine weitere Halle, die Goei-do-Haupthalle ist einer der weltweit größten Holzbauten überhaupt.

Fotos konnten wir drinnen nicht machen, denn obwohl die Tempel und Schreine auch für Japaner oft beliebte Besichtigungsorte sind, so muss man wissen, dass es eben auch Andachtsorte sind, die ganz selbstverständlich im täglichen Leben genutzt werden.

Per Zufall zum Sanjūsangen-dō:

Nach diesem besinnlichen Einstieg gingen wir dann Richtung Kiyomizu-dera weiter. Ein langer Weg, aber wir fragten uns durch. Das hatte den Vorteil, dass wir auf dem Weg dorthin quasi zufällig am Sanjūsangen-dō vorbeikamen und spontan besuchten. Eine überwältigende Anlage mit 1001 Statuen. 1000 fast lebensgroße, stehende Gottheiten und eine große auf einer Lotosblüte sitzende Statue. Auf der Westveranda der Anlage findet seit der Edo-Zeit ein traditionsreicher Bogenschießwettbewerb statt. Dabei geht es darum, möglichst viele Pfeile vom südlichen zum nördlichen Ende der Halle innerhalb einer bestimmten Zeit zu schießen. Zen — Bogenschießen — Cha-Do: es gibt eine Verbindung.

Das Wahrzeichen Kyotos — der Kiyomizu-dera:

Der weitere Weg zum Kiyomizu-dera war zwar nicht wirklich weit, aber wir mußten doch Nachfragen, wo es langgeht. Der freundliche Aufseher des Sanjūsangen-dō erklärte mir den Weg. Trotzdem mussten wir in einem kleinen Post-Office erneut nachfragen und erhielten Auskunft. Es war gleichzeitig anstrengend und spaßig, den Weg Dank des hilfreichen Postmitarbeiters zu erahnen. Seine jüngere Kollegin war etwas ängstlich mir den Weg zu erklären, obwohl er meinte, dass sie besser Englisch verstünde, überließ sie ihm lieber das Feld.

Kurze Zeit später waren wir dann aber auf dem Weg zum Kiyomizu-dera, dem ursprünglich im Jahr 798 erbauten Tempel, der ein Wahrzeichen der Stadt ist. Viele Tempel Japans sind im Laufe der Jahrhunderte durch Brände zerstört und später neu aufgebaut worden. So musste auch der Kyomizu-dera 1633 neu aufgebaut werden. Ganz aktuell wurde aber gerade vor einiger Zeit wieder ein Teil des Tempels Opfer eines Brandes. Der Name des Kiyomizu-dera leitet sich von von dem Wasserfall unterhalb der großen Tempelanlage ab, dessen Wasser, wegen der ihm nachgesagten heilenden Wirkung, ein wahrer Anziehungsort für Reisende und vor allem für die zahlreichen Schulklassen ist.

Durch die Chawan-zaka der „Teeschalenstraße“ und Ninen- und Sannen-zaka (Zwei- und Drei-Jahres-Hügel-Straßen) ging es dann, schnell dunkel werdend, zurück zum Bahnhof. Ein durchaus langer Weg. Wir haben uns einfach immer am Kyoto-Tower orientiert, der uns den Weg wies, zumindest sobald er sichtbar war.

Nun der Tag war lang, denn wir waren ja schon seit Dienstag um vier Uhr morgens auf den Beinen und jetzt war es schon Mittwoch gegen Mitternacht. Wir warteten noch auf weitere Mitreisende, aber die kamen nicht an, so dass wir unseren Plan für den nächsten Tag machten: Ich hatte den Kinkaku-ji auf dem Plan, Helmut hatte den Ryoan-ji vorgeschlagen und später kam dann noch die Odyssee zum Daitoku-ji dazu.

Jedenfalls, wie die geneigte Leserin und der geneigte Leser sicher schon erahnt, ist unsere Reisegruppe recht groß, denn wir warteten, wie schon erwähnt auf weitere Reisende, die aus Shanghai nach Kyoto unterwegs waren. Da ist Werner Merten vom Teahouse in München. Mit Werner war ich schon gemeinsam vor zwei Jahren in Shizuoka und Uji, sowie Kyoto auf Teereise unterwegs. Mir gefällt Werners unermüdlicher Einsatz für den Tee. Dann kamen noch Angelika H. und Christof H., sowie Renate Ott-Thiel, die Inhaberin des Frankfurter Teehauses Schnorr und Andreas Brehm von Puretea aus Lüneburg.

Nicht zu vergessen, Dietmar und Tobias, deren Tees wir, neben vielen anderen japanischen Tees, vertreiben und welche die eigentlichen Initiatoren und Organisatoren für den später folgenden Teil der Reise waren. So werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, noch von den eigentlichen Tee-Zielen unserer Reise, in Uji, Miyazaki und Kumamoto lesen. Von japanisch auf englisch und zurück, gemixt mit deutsch, hat Reina Sadakuni übersetzt.

Damit Sie jetzt nicht den Überblick verlieren: Die ersten zwei Tage habe ich und meine Partnerin Petra, gemeinsam mit Helmut vom Kölner Teehaus, auf Entdeckungstour durch Kyoto verbracht, immer mit dem Gedanken der japanischen Teekultur näher zu kommen.

Die weiteren Tage ging es dann mit den anderen gemeinsam zu den Teegärten. Die Ansätze bei dieser Reise waren bei den Mitreisenden durchaus unterschiedlich. So kannten beispielsweise ich und Werner natürlich die eigentliche Teeverarbeitung und den Anbau schon aus Shizuoka, sowie die Matcha-Verarbeitung aus Uji, während andere die Tee-Verarbeitung in Japan hier erstmals erlebten.

Während der eine Händler größere Mengen günstiger japanischer Tees für sein Sortiment suchte, oder der ökologische Anbau im Vordergrund stand, waren wir und Helmut natürlich an geschmacklichen High-End-Produkten — auch aus ökologischem Anbau — interessiert. Man muss bedenken, dass unsere Unternehmen ja aus ganz unterschiedlichen Intentionen heraus und zu ganz unterschiedlichen Zeiten gegründet wurden, so dass es ganz interessant war, zu erfahren, wie unterschiedlich man mit dem Produkt Tee umgehen kann. Ach ja, Helmut und ich waren schon 1997 gemeinsam in Südindien (Singampatti) und in Westbengalen (Darjeeling und Kalkutta) unterwegs. Deshalb habe ich mich gefreut, 15 Jahre später wieder gemeinsam mit ihm auf Tour zu sein.

Früh morgens zum Kinkaku-ji, dem Goldenen Pavillon:

Da wir also nicht wussten, wann die anderen nun ankommen würden, bzw. bei meinem Geschäftspartner, dass er erst am späten Vormittag eintreffen würde, haben wir den Mittwoch wieder selber gestaltet. Klar, man muss zum Goldenen Pavillon, dem Kinkaku, einem der Hauptgebäude des Rukuon-ji. Diesen Weg traten wir dann mit dem Bus an, da er doch weit ab vom Bahnhof liegt. Praktisch war, dass Helmut außerdem zum Ryoan-ji wollte, der zur Rinsai-Zen-Schule gehört. Ganz klar: Zen und Tee sind Eins!

Japan ist kein klassisches Touristenland. Fremde sind nicht häufig anzutreffen und regen zum Kontakt an:

Wieder waren reichlich Schulklassen unterwegs. Ich kann nichts dafür — aber, Petra und Helmut fiel auf, dass ich irgendwie japanische Schüler und Schülerinnen anzog, ihre Englischkenntnisse zu testen. Es sind auch die Lehrer und Lehrerinnen, die Ihre Schüler dazu anregten, Ausländer anzusprechen. Jedenfalls war die Freude bei den Japanern teils noch größer, als wir uns nicht, wie wohl erwartet als Amerikaner, sondern als Deutsche entpuppten. Beim Ryoan-ji war einem Lehrer auch gleich aufgefallen, dass wir ja schon am Kinkaku-ji waren, so dass wir hier wieder eine kleine Unterhaltung hatten und später folgte die nächste Klasse in der Steingarten-Halle. Nach der Gruppe am Teehaus des Kinkaku-ji also die dritte Begegnung.

Mittlerweile gab es dann auch eine Verabredung zum gemeinsamen Abendessen mit allen Reisenden. Helmut hatte aber noch eine weitere wichtige Tee-Station geplant, wir mussten nämlich noch zum Daitoku-ji. Hier wirkte auch der Teemeister Sen-no-Rikyu. Der Weg war nicht allzuweit, jedenfalls was die Wegstrecke betraf, wohl aber was die Zeit anbelangte, denn egal in welchem Geschäft wir nach dem Weg fragten, fiel die Antwort immer ähnlich aus: die Straße runter und dann die Zweite links rein. Meiner Intuition wollte man nicht trauen, so dass das gigantische rote Toori (ein Tor, welches den Weg zu einen Shintoschrein bedeutet) nicht als Hinweis genommen wurde. Hatte ja auch eigentlich nichts damit zu tun, ein Shintoschrein, gekennzeichnet durch ein großes Eingangstor, steht nicht in Verbindung mit den buddhistischen Tempelanlagen, es wäre aber trotzdem richtig gewesen. Auch dass ich die Schriftzeichen auf einer Holztafel an einem Seitenweg als irgendwas Richtung Cha, also Tee, deutete, führte erst nicht dazu, diesem Weg zu folgen. Dafür erlag ich der Täuschung, einen netten chinesischen Reisenden als Einheimischen zu deuten. Er wußte zwar den Weg zum Daitoku-ji auch nicht, obwohl er unwissend genau da her kam, bzw. wir irgendwie schon mittendrin waren, aber dafür kamen wir kurz ins Gespräch und als ich erwähnte aus Deutschland zu sein, erzählte er, dass er bei der deutschen Firma Bosch beschäftigt sei.

Nach einigen Irrwegen kamen wir also letzlich an, wobei der Daitoku-ji ein gewaltiger Komplex ist. Die uns immer wieder anders beschriebenen Wege wären alle richtig gewesen. Helmut schlug den Weg zum Daisen-in ein. Sozusagen einem Untertempel der riesigen Klosteranlage. Viele Tempel wie auch viele Geschäfte in Japan schliesen gegen 17 Uhr. Ein energischer Mönch machte uns dann auch klar, dass jetzt deren Sesshin beginnt und die Zeit für Besuche vorbei ist. Immerhin, das Ziel des Weges haben wir erreicht, denn wir hatten uns direkt an der großen weißen Kieselfläche zum Ausruhen niedergesetzt. Eine Kieselfläche, die, anderes als in andere Steingärten, bis auf zwei Steinhaufen, welche Salzhaufen darstellten, keinerlei Felsen-Setzungen enthielt. Der eigentliche Weg dorthin ist, verkürzt ausgedrückt, ein Weg über die Ereignisse und Einflüsse im Leben des suchenden Menschen hin zur Befreiung von all den Bindungen — zur reinen Leere — symbolisiert durch die große weiße Kieselfläche.

Kogaku-Zenji, der Zen-Abt, welcher den Tempel 1509 gründete, schaffte es auf gerade einmal 100 Quadratmetern die Essenz der Natur durch Felsen und Sand auszudrücken.

Mit dem Bus ging es zurück zum Hotel. Diesmal waren es keine Schüler, sondern eine Mutter mit ihrem kleinen Kind, dass offensichtlich Spaß hatte, dass ich japanisch zählen konnte und ein paar wenige andere Worte kannte. Der Mutter erzählte ich, — naja erzählen — also irgendwie kommunizierend — so gut es ging, von unserem Ausflug zum Kinkaku-ji. Der Besuch beim Ryoan-ji und besonders des Daisen-in verblüffte sie etwas, denn beide und speziell der Daisen-in sind keine typischen Orte, die von ausländischen Reisenden aufgesucht werden.

Beim Hotel trafen wir die ersten anderen Mitreisenden und dann ging es zum gemeinsamen Abendessen, wo die anderen schon warteten. Am Abend davor waren Helmut, Petra und ich schon in einem tollen Restaurant und hatten Tonkatsu gegessen. Deshalb entschieden wir uns hier für Tempura. Übrigens: Wie in allen traditionellen Restaurants, so ist es auch in den Tempelhallen üblich, die Schuhe auszuziehen.

Kyoto, diese wunderbare Stadt, begeisterte uns nicht nur durch die beständig vor sich hinpiependen Ampelanlagen, deren Sounddesigner sich scheinbar von den Sounds der Lasergeschosse bekannter Weltraumabenteurer oder aber auch von dem fröhlichen Pfeifen der Vögel inspirieren ließen. Auch die wunderbare Sauberkeit der Stadt und vor allem das konsequente Nichtrauchen machten diese Stadt so angenehm. Ja, die Stadt Kyoto hat 2007 ein Rauchverbot in bestimmten Bereichen erlassen. Es gibt extra Raucherzonen. Und wie kann es anders sein. Die Japaner halten sich daran, Gemeinschaft hat einen hohen Wert. Mancher Fremde kann seiner Sucht nicht wiederstehen.

Überhaupt ist Japan ein Land, dass uns dadurch positiv auffällt, dass die Bevölkerung eben nicht zigaretterauchend in der Öffentlchkeit auftritt. Auch läuft man üblicherweise nicht fastfood-verspeisend durch die Gegend. Uns gefällt es hier.

Am nächsten Tag ging es mit dem Zug nach Uji. Der Name der Stadt Uji ist wohl jedem Japan-Teekenner ein Begriff. Denn mit Uji verbindet man die Ausbreitung der japanischen Teekultur im 13. Jahrhundert. Als buddhistische Mönche den Tee als ein Getränk entdeckten, das bei der Meditation eine hilfreiche Wohltat ist und sich über die Jahrhunderte die verschiedenen Formen der Teezeremonie entwickelten. Tee erfrischt und erhellt den Geist.

Der im Chanoyu, also bei der im Westen als Teezeremonie bekannten Art des Teetrinkens und Zusammenkommens, verwandte Tee ist der Matcha. Zu sehr feinem Pulver gemahlener Tee. Hochwertiger Matcha wird aus Tencha hergestellt. Tencha wird wie Gyokuro angebaut, also stark abgeschattet, aber die Blätter werden nicht wie beim Gyokuro oder Sencha gerollt, bzw. geknetet, sondern bleiben offen. So ist es möglich die Blattrippen vom Blattfleisch zu trennen. Die Rippen werden nicht gemahlen, nur das reine Blattfleisch kommt in die klassischen Steinmühlen. Eine Matchamühle mahlt etwa 40 Gramm Tee pro Stunde.

Wie es oft so ist, Uji-Tee wird zwar, speziell von den dortigen Teeproduzenten und Teebauern, als besonders hochwertig angesehen, aber wir mögen solche Pauschalierung nicht besonders und raten Ihnen dringend dazu, Ihre eigenen Erfahrungen mit den unterschiedlichen Tees zu machen. Uji Tee ist oft etwas tiefer im Charakter. Dazu gesellt sich ein Charakter, der auch durch Lagerung entsteht. Lagerung nicht im negativen Sinne von Alterung, sondern ganz bewusst, um dem Tee einen gewünschten reifen Charakter zu geben. Es mag manchen in der heutigen Zeit der schnellen Markt-Bedienung überraschen, aber gerade in Uji wird die Tradition fortgeführt, Tee eben nicht überfrisch auf den Markt zu bringen, sondern ihn wie in alten Tagen bewußt zu lagern. Erkennbar wird diese Tradition auch heute noch darin, dass etwa die Teewettbewerbe, bei denen die Teemeister ihre Tees vorstellen, eben zum Ende des Jahres stattfinden und nicht, wie es heute durch die “ganz frisch”-Werbung, immer verbreiteter wird, schon im Mai nach der Ernte. Der hochedle Gyokuro etwa, ist ein Paradebeispiel für einen gereiften Tee.

Familie Okudas Teefelder:

Jedenfalls ging es zuerst zu den Teefeldern von Familie Okuda. Ohne synthetische Pflanzenschutzmittel wird hier Tee für Matcha und Gyokuro angebaut. Da der Tee von Familie Okuda nicht wie ein HonGyokuro, also ein durch Strohmatten beschatteter Gyokuro angebaut wird — Strohmatten, welche vor der Ernte über Gestelle gelegt werden und die Teesträucher ganz umschließen, sondern von schwarzen Netzen beschattet wächst, welche direkt über die Pflanzen gelegt werden, hat der Tee von Herrn Okuda, anders als die stark und länger beschatteten Tees, mehr Bitterstoffe. Der Anteil an Bitterstoffen sinkt, je länger und stärker das Blatt abgeschattet wird.

Auf dem Foto sehen Sie links den Anbau unter Strohmatten in Shizuoka, Okabe/Asahina, einer Region die für edlen Gyokuro berühmt ist. Hier baut Herr Omura, ein alter Teebauer, seinen HonGyokuro an, der durch die Stroh-Beschattung einen vollen, satten und süßen Charakter hat. Das Foto stammt von meiner Reise zu Herrn Omura im Jahr 2010.

Rechts sehen Sie Herrn Okuda vor seinen Bio-Teefeldern, auf denen im ökologischen Anbau ein Tee wächst, der nach Herrn Okudas Philosophie einen natürlichen, ursprünglichen Charakter hat, da er seinen Tee, bedingt durch seine ökologische Anbauweise, nicht so sehr auf einen süßen, tiefen Umami-Charakter trimmt.

Der Anbau des HonGyokuro, wie in Okabe/Asahina oder Yame/Fukuoka, ist heute eine Besonderheit. Meist nur noch einige ältere Teepflanzer widmen ihre Aufmerksamkeit einem so anstrengenden, aufwendigen und teuren Anbau des HonGyokuro. Möglich, dass diese Art des Teeanbaus irgendwann verschwinden wird. Wir hoffen nicht, dass es so kommt, aber die Kinder vieler Teebauern wollen diese anstrengende Art der Pflanzenpflege und der Handpflückung kaum mehr betreiben.

Als nächstes ging es dann in die Fabrik, in der der Tee von Familie Okuda verarbeitet wird. Wir haben uns die benötigten Schritte und Maschinen angesehen. Auf dem Foto können Sie oben in der schwarzen Schaufel einen in Steinmühlen aus Tencha hergestellten Matcha sehen, darunter in der silbernen Schaufel einen einfachen, sogenannten Kochmatcha, der in großen Mühlen mit Keramikkugeln gemahlen wird. Beim echten Matcha aus Steinmühlen ist darauf zu achten, dass der Matcha nicht zu schnell gemahlen wird, sonst würde seine Qualität schaden nehmen. Da die großen Mühlen mit Keramikkugeln ganz anders zur Sache gehen, wird die Maschine mit Wasser gekühlt.

Acht Stunden Zugreise nach Takanabe in der Präfektur Miyazaki:

Unsere Reise war allgemein von vielen Zugfahrten geprägt. Das ließ sich nicht vermeiden, denn die Teebauern, die wir besuchten haben ihre Felder in ganz unterschiedlichen Regionen. Am nächsten Tag ging es deshalb von Kyoto mit dem Zug nach Takanabe in der Präfektur Miyazaki im Südwesten Japans. Eine rund achtstündige Zugfahrt mit einigen Umstiegen stand uns bevor. Japanische Züge haben die sympathischen Eigenschaften, dass sie pünktlich, sauber und bequem sind. Freundlich verbeugen sich die Schaffner und Cateringmitarbeiterinnen, sobald sie den Wagon verlassen. Etwas was bei uns wohl reichlich undenkbar wäre. Japan ist ein Land, in dem Dienstleistung einen sehr hohen Stellenwert hat. Aber diese Art von erlernter und verinnerlichter Freundlichkeit wirkt nie künstlich. Es ist ein gesellschaftlich verankerter Gedanke, für die Gemeinschaft da zu sein.

In Takanabe wurden wir von Familie Morimoto abgeholt. Auf ihren Teefeldern bauen sie unterschiedliche Pflanzenvarietäten an, dazu gehören: Yutaka Midori, Saki-Midori, Yabukita, Minami Sayaka, Kanaya-Midori, Oku Midori und Oku-Yutaka, sowie Benifuuki.

Seit Vielen Jahren betreibt Familie Morimoto ökologischen Teeanbau und sie haben viel Wissen und Erfahrung hierzu gesammelt. Mit dem Teeanbau haben Sie vor gut vierzig Jahren begonnen.  Leider konnten wir nicht so ganz viel direkt mit Ihnen reden, denn die Morimotos konnten nicht so gut Englisch. Die Tochter hingegen schon. Sie hatte eine Zeit in Kanada verbracht, wo sie als Betreuerin mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet hat. Auch in Japan arbeitet sie weiterhin in diesem Bereich.

Familie Morimoto hat ein großes Haus, dass Herr Morimoto mit einem befreundeten Schreiner gebaut hat. Da Kai auch mit seinem Heim bautechnisch beschäftigt ist, war er natürlich an dem Haus interessiert. Witzigerweise hat Familie Morimotos Tochter ihm später erzählt, dass ihr Vater ganz positiv überrascht war, dass sich jemand so für das Haus und dessen Details interessiert. So hat ihn Herr Morimoto gleich mit ein paar Holzmustern versorgt.

Wir haben bei Familie Morimoto natürlich Tee getrunken und dann einen Rundgang zu den verschiedenen Teefeldern gemacht, bzw. sind zu den weit entfernen Feldern gefahren. Der Sinn des Anbaus der verschiedenen Tee-Varietäten liegt darin, dass diese sowohl leicht unterschiedliche Wachstumszeiten haben, einige sind früher beerntbar, andere ein paar Tage später, als auch in den unterschiedlichen Geschmackscharakteristiken. Während die eine Sorte eher eine frische Note beisteuert, ist es bei einer anderen ein süßlicher tiefer Charakter. Auch hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit gegen bestimmte Schädlinge weisen die Pflanzen Unterschiede auf.

Am nächsten Tag begann dann auch schon die Ernte. Wir waren genau zur rechten Zeit vor Ort. Der neue Tee, der Shincha, wurde geerntet. Wir waren dabei und konnten so alle Schritte der Verarbeitung von der Ernte bis zu Fertigstellung in der Fabrik miterleben. Geerntet wird auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu sehr oft mit Erntemaschinen. Diese Maschinen arbeiten eigentlich schlicht und ergreifend ähnlich wie ein großer Rasenmäher. Nur dass relativ fein einstellbar ist, wie viele Blätter geschnitten werden können. Die dabei mit abgeschnittenen feinen Blattstengelchen werden später in der Fabrik automatisch entfernt, so dass die maschinelle Ernte keinesfalls zu einem Qualitätsnachteil wird. Mit diesen Ernte-Traktoren kann natürlich nur auf relativ geraden Flächen geerntet werden. Speziell in den unebeneren, bergigen Gebieten Shizuokas oder Ujis kommen kleinere Hand-Erntemaschinen zum Einsatz.

Die Verarbeitung des Tees dauert praktisch den ganzen Tag. Nach der Ernte muss der Tee schnell in die Fabrik gebracht werden. Er wird zuerst gedämpft. Die Dauer des Dämpfens entscheidet einerseits ein wenig über die spätere Erscheinung des Teeblattes, andererseits auch über die Eigenschaften beim Teeaufguss. Sogeannter tiefbedampfter Tee, der etwa 120 Sekunden gedämpft wird, hat eine feinere Blattstruktur, weil dass Blatt durch die intensivere Dämpfung bei der weiteren Verarbeitung stärker aufreißt. Diesen Tee bezeichnet man als Fukamushi-cha. Der normalbedampfte Tee, etwa 30 bis 60 Sekunden nennt sich Asamushi-cha und dazwischen findet man den Chumushi-cha. Es gibt eine Bandbreite und jeder Teemacher entscheidet anders, wie er den Tee bedämpft, bzw. was er in späteren Schritten wie, und vor allen Dinge wie lange, macht. Hier eindeutige Klassifizierungen aufzustellen, mag wohl reizvoll erscheinen, gerade weil wir wissen, dass sich Teefreunde gerne an etwas orientieren wollen, aber solche Festlegungen können erfahrungsgemäß auch schnell zu Fehleinschätzungen führen.

Ist der Tee gedämpft, wird er von entsprechenden Maschinen aufgelockert und so kühlt das Blatt schnell ab. Der Tee wird dann in verschiedenen Stufen gerollt. Die Zellen brechen auf. Der Zellsaft tritt aus und lagert sich beim späteren Kneten am Blatt an. In gewisser Weise ist es auch dieser Zellsaft, der sich beim Aufgießen löst und so getrunken wird. Dadurch dass der Tee im ersten Schritt gedämpft wurde, kommt es zu keiner Oxidation. Der Tee bleibt grün. Ansonsten würde, durch alle weiteren Rollvorgänge und durch den Kontakt mit dem Luftsauerstoff, der Tee zum Oolong oder Schwarztee werden — etwas vereinfacht und verkürzt ausgedrückt.

Es gibt verschiedene Trockungsvorgänge. Die Art der Trocknung ist unterschiedlich, ob in mit Gas beheizten Trommeln oder per Infrarot oder Mikrowellen. Familie Morimoto nutzt die Trocknung in Trommeln die mit Gas befeuert werden. Das Sortieren findet hier mit Hilfe von Sieben und der Elektrostatik statt. Die Stengelteilchen (Kuki) bleiben durch elektrostatische Aufladung an einer Walze hängen. Größere Weiterverarbeiter würden diese Tees mischen und erneut einem Sortieren per Elektrostatik oder auch mit Hilfe von Lichtschranken, sowie weiteren Trocknungen, dem sogenannten Rösten, unterziehen. Die verschiedenen Arten der Trocknung beeinflussen den Geschmack.

Ein wichtiger Vorgang ist das Kneten des Tees. Es wird manchmal als Rollen bezeichnet. Aber Kneten trifft beinahe besser zu, speziell wenn man den heute maschinell durchgeführten Vorgang mit der alten Handverarbeitungsmethode vergleicht. Von Hand wird heute kaum ein Tee gerollt. Wir durften jedoch schon zweimal vor einigen Jahren das Handrollen miterleben. Etwa sechs Stunden kneten erfahrene Teemacher den Tee auf leicht beheizten Tischen. Heraus kommt ein Tee mit fantastischem Erscheinungsbild. Lange dunkelgrüne Nadeln: Temomi-Cha. Dies ist aber eine Besonderheit und findet eigentlich nur noch im Rahmen von Teewettbewerben statt. Heute sind Maschinen dafür zuständig. Diese sind nicht gerade geräuscharm. Der Vorgang muss, wie die meisten anderen Vorgänge beim Teemachen, immer wieder kontrolliert werden.

Während also Herr Morimoto den ganzen Tag über von Maschine zu Maschine läuft, zu gegebener Zeit weitere Maschinen anwirft und hier und da etwas nachjustiert, Temperatur oder Rolldruck und Durchlaufgeschwindigkeit, nähert sich der Tee immer mehr der Fertigstellung. Zwei unterschiedliche Tees hat er an diesem Tag getrennt verarbeitet. Die Pflanzenvarietäten Saki Midori und Yutaka Midori. Beide Tees haben unterschiedliche Eigenschaften. Einige unserer Mitreisenden wollten gerne eine Mischung aus dem Tee kreieren, was uns in der Form gar nicht gefiel. Aber da wir mit unserem Wunsch zum Verkauf der reinen Sorten oder dem Überlassen des Mischens durch Herrn Morimoto weitgehend allein standen, haben wir uns entschieden, diesen Tee dieses Jahr nicht anzubieten. Ich freue mich derweil, den Saki-Midori, also den einen Bestandteil, als ungemischten Tee genießen zu dürfen. Familie Morimoto hat uns nämlich ein wenig davon geschenkt.

Unseren eigentlich geplanten Zug haben wir verpaßt, so dass wir bei Bier und Snacks noch ein wenig länger blieben. Das von Frau Morimoto zubereitete Mittagessen wäre noch viele Zeilen wert, aber hier geht es ja um Tee. Nur soviel: Es gab schmackhafte Tempura aus Teeblättern: in heißem Fett frittierte, frisch geerntete Teeblätter im Teigmantel. Sehr spät Abends trafen wir dann in Kagoshima ein.

Töpfermeister Narieda in Kirishima:

Am nächsten Tag ging es zu Herrn Narieda nach Kirishima. Die Zugfahrt geht an dem noch aktiven Vulkan Sakurajima vorbei, der allerdings im Dunst kaum erblickbar war. Herr Narieda dreht schöne Chawan, also Teeschalen für den Matcha, aber auch andere Keramiken. Er zeigte uns wie er eine Chawan dreht, aber auch die kompletten Teile einer japanischen Seitengriffkanne wurden in wenigen Minuten von ihm auf der Töpferscheibe gedreht. Für Leute, die so etwas noch nicht gesehen haben, ist die Geschwindigkeit überraschend, wie selbst eine komplette Kanne in den Grundformen entsteht. Aber natürlich folgen dann später noch viele Schritte, vom Abdrehen bis zum Glasieren.

Kai als ehemaliger Töpfer-AG-Teilnehmer seiner Schule (lang ist es her), machte sich dann daran, weitgehend unbemerkt von den anderen, aber nicht von Herrn Narieda, eine Chawan zu drehen. Herr Narieda bescheinigte ihm dann fünf bis sechs Jahre Erfahrung. Kai verriet mir, dass ein kleiner Vorteil darin lag, dass Herr Narieda den Ton schon vorher auf der Scheibe zentriert hatte. Das ist nämlich der Punkt, den ein ungeübter Töpfer nicht einfach so hinbekommt.

Herrn Nariedas eigene Arbeiten sind natürlich durch die wunderschöne vulkanische Landschaft Kirishimas beeinflußt. Die Tonerde, die Farben der Glasuren und — typisch für japanische Handwerkskunst der Ascheanflug, der von unerfahrenen westlichen Betrachtern gerne als Glasurfehler gesehen wird. Aber nach japanischem Verständnis gerade die Vollkommenheit im Unvollkommenen zum Ausdruck bringt: Wabi-Sabi [externer Link auf Wikipedia], zwei Begriffe, die nicht nur in der Töpferkunst oder der Teezeremonie eine Rolle spielen.

Übrigens haben wir aus dieser Gegend auch Tee im Angebot: Kirishima-Tee von Herrn Nishi, verarbeitet vom Teemeister Ko Takezawa.

Gegen Abend sind wir dann mit dem Zug nach Kagoshima zurückgefahren. Petra und ich wollten noch ein wenig die Einkaufswelt in Kagoshima genießen, dass große Kaufhaus am Bahnhof war noch geöffnet. Einfach mal gucken, wie dort Waren präsentiert werden, wie verkauft und wie gekauft wird. Ich habe ja vor einiger Zeit über unsere Verpackungsumstellung geschrieben. Diese ist eigentlich sehr von meiner Reise vor zwei Jahren nach Uji inspiriert. Und auch dieses mal fühlte ich mich wieder ermutigt, diesen Weg weiterzugehen.

Wie die geneigte Leserin und der geneigte Leser vielleicht schon bemerkt haben, waren wir oft ganz getrennt unterwegs. Das lag einfach daran, dass unsere Reisezeit sehr knapp war und so jeder die für ihn wichtigsten Dinge in den Vordergrund stellte. So eine Reise hört sich so locker an, aber es ist letztlich eine Geschäftsreise und eben doch auch sehr anstrengend. Die vielen in kurzer Zeit zu verarbeitenden Eindrücke. Das viele herumreisen mit dem Zug. Das überraschend warme Wetter. So schwächelte der eine oder andere Mitreisende früher oder später. Sei es wegen Müdigkeit oder Erkältung. Ich nicht, denn ich koste gerne alles aus. Es sind ja nur ein paar Tage. Der Müdigkeitsanfall kam dann später zu Hause.

Kumamoto — Teegarten Sakurano-En:

Zuletzt besuchten wir am nächsten Tag die Teefelder von Familie Matsumoto in der Region Kumamoto. In dem alten traditionellen Haus mit Tatamimatten und Schiebetüren gab es natürlich Tee zu probieren, unterschiedlich zubereitet. Herr Matsumoto bestätigte uns in unserer Erfahrung, dass es nicht eine bestimmte Art der Zubereitung gibt. Während diese Offenheit und Vielfalt einige überraschte, war es für mich eben die Bestätigung, dass unsere Art japanischen Tee zu kochen, genau passend ist. Da wir zu Hause einen japanischen Heißwasserbereiter, welchen ich vor zwei Jahren in Tokyo erstanden hatte, nutzen, welcher das Wasser, er faßt fünf Liter, entweder bei 98, 90 oder 60 Grad heißhält, gießen wir viele Tees mit einer bestimmten Menge kaltem Wasser an und füllen mit 90 Grad heißem Wasser auf. So erhält man, je nach Teesorte die gewünschte Wassertemperatur. Und wir freuen uns über die unterschiedlichen Geschmackserfahrungen, die wir machen.

Auch Familie Matsumoto hat die Benifuuki Pflanze auf Ihren Feldern stehen, während aber Familie Morimoto in Miyazaki diesen Tee zu einem grünen Pulvertee verarbeitet, dem Cafun-Tee, welcher etwas bitterlich schmeckt, macht Familie Matsumoto dies nicht, sondern verarbeitet den Tee zu schwarzem Tee. Dass es in Japan produzierten schwarzen Tee gibt, war vor einigen Jahrzehnten durchaus üblich. Die heute als Benifuuki bezeichnete Pflanzenvarietät ist nämlich nichts weiter als die Assampflanze. Jedenfalls ist die Produktion von schwarzem Tee in Japan weitgehend verschwunden. Die Benifuuki Varietät ist in Japan auch wegen des Gehalts bestimmter Polyphenole/Catechine bekannt und geschätzt, nur muss man als Teebauer wissen, wann man ernten kann, denn zur falschen Zeit ist der Gehalt dieser Inhaltsstoffe gar nicht gegeben. Die Pflanze benötigt eine bestimmte Sonnenscheindauer um die Stoffe zu entwickeln.

Familie Matsumoto von Sakurano-en betreibt einen natürlichen Anbau, läßt ihre Felder aber nicht biozertifizieren. So ein Vorgehen trifft man in Japan recht häufig an. Warum benötigt man jemanden, der einem offiziell sagt, dass man es „richtig“ macht. Man macht es eben einfach so, weil man seine Teefelder schätzt, die seit Generationen von der Familie bewirtschaftet werden, und weil man die Natur und den Konsumenten achtet — nicht weil man sich mit Zertifikaten schmücken möchte. Eine Einstellung, die wir sehr schätzen, die aber leider der verunsicherten und skeptischen Kundschaft in Deutschland manchmal sehr sehr schwer zu vermitteln ist, Vertrauen fehlt hier oft — schade.

Familie Matsumoto verarbeitet ihren Tee in einer Teefabrik, die von mehreren Teepflanzern der Region gemeinsam genutzt wird. Den wunderbaren Tee aus dem Teegarten Sakurano-En können Sie natürlich auch genießen: Sakura-no-Sencha.

Abends in Kagoshima:

Spät abends waren Petra und ich wieder für knappe zwei Stunden auf Geschäfte-Entdeckungstour. Danach haben wir uns dann in ein Restaurant gesetzt und Tonkatsu gegessen. Und, wie kann es anders sein, wurden wir in dem Restaurant, welches oben in dem Gebäude des Kaufhauses am Bahnhof gelegen ist, wieder von einer jungen Japanerin angesprochen, sie arbeitet in besagtem Kaufhaus und hatte gerade Feierabend. Sie sprach sehr gut englisch, wir hingegen natürlich leider weniger gut japanisch. Da das Restaurant dann schon kurz vor dem Feierabend stand, haben wir noch ein wenig in Bahnhofsnähe umhergeschaut.

Das Kaufhaus am Bahnhof wird oben von einem Riesenrad gekrönt. Vor dem Bahnhof steht eine Denkmal mit den Urvätern der japanischen Moderne. Als Japan noch ein weitgehend abgeschottetes Land war, machten sich einige junge Männer auf, die Welt außerhalb ihres Landes zu entdecken. Dies war der quasi der Beginn der Meiji-Restauration.

Am letzten Tag ging es dann wieder mit dem Shinkansen nach Kansai bzw. in den kleinen Ort Hineno, mit Zwischenstopp in Osaka, denn Werner, Renate, Angelika und Christof hatten dort noch einen kurzen Aufenthalt geplant. Wir fuhren weiter Richtung Hineno, um dort im Hotel die letzte Nacht unserer Reise zu verbringen. Abends waren wir mit Helmut und Andreas noch in einem kleinen Gasthaus, wo hauptsächlich Fischgerichte serviert wurden. Am nächsten Tag ging es dann zum Flughafen Kansai, einer künstlichen Flughafen-Insel, die allmählich im Meer versinkt.

Ich bedanke mich bei Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit meinem langen Bericht geschenkt haben und hoffe, das Lesen und die Bilder haben Ihnen Freude bereitet.

Viel Freude beim Genießen der schönen japanischen Tees aus Kumamoto, Uji und Miyazaki.
Stefan Kolodziej

 

Hinweis: Die Fotos fehlen gerade, bitte ein wenig Geduld, sie sind bald wieder da.