Japan-Reise 2010, Frühjahr: Takezawa Finishing Factory

 

Weiter geht es auf meiner Reise zum japanischen Tee. Diesmal erfahren Sie etwas über die Endverarbeitung des japanischen Tees. Ich benutze hier den englischen Begriff „Finishing“, einfach weil er im Teehandel für die Gesamtheit der Verarbeitungschritte vom Rohtee (Aracha) zum Endtee, wie etwa dem Sencha oder Gyokuro, fest etabliert ist.

Ko Takezawa ist der Mann, der wesentlich zu dem Geschmack einiger unserer japanischen Spitzentees beiträgt. In seiner Finishing-Factory komponiert er aus den Ernten der Teebauern die entsprechenden Qualtätsprodukte.

Einer dieser wundervollen Spitzentees ist „Teamaster’s Best“. Ein Chumushi-Cha, komponiert aus den besten Tees der Saison. (Die Erklärung des Begriffs Chumushi-Cha finden Sie hier).

Ko Takezawas Fertigkeiten im Mischen und gekonnten Trocknen der Tees machen ihn zu einer bekannten Persönlichkeit in der Teebranche. Man schätzt sein Wissen und Können.

In seinem Hochregal-Tee-Lager, finden sich die besten Roh-Tees (Aracha) aus Shizuoka, aber auch aus anderen Anbauregionen, beispielsweise Kagoshima/Kirishima. Hier werden die edlen Tees gekühlt gelagert und warten auf ihre Weiterverarbeitung.

Wenn man einen hochwertigen Sencha bekommen möchte, müssen ersteinmal die Stengel entfernt werden. Dies geschieht auf unterschiedliche Art und Weise, beispielsweise durch statische Aufladung und mit Hilfe von Lichtsensoren.

Die heraussortierten Stengel ergeben übrigens einen eigenständigen beliebten Tee, den Kukicha, der auch, speziell wenn es sich um hochwertigen Tee handelt, als Karigane-Cha bezeichnet wird.

Außerdem werden die Tee-Blatt-Teile nach Größe auseinandersortiert, um getrennt getrocknet zu werden. So erreicht man eine ideale gleichmäßige Trocknung, bzw. Fixierung des Teearomas, ohne dass die feineren Teile zu stark oder die größeren Teile zu schwach getrocknet würden, denn bei gemeinsamer Trocknung könnte es im schlechtesten Fall passieren, dass die feinen Blattpartikel verbrennen. Am Ende werden die Tees wieder zusammengeführt. Das Trocknen ist nicht zuletzt deshalb wichtig, weil sich hierbei der Geschmack des fertigen Tees entscheidend beeinflussen lässt.

Das „Finishing“ ist ein also ein sehr wesentlicher Vorgang. Die Kunst des Teemeisters, in diesem Fall des Herrn Takezawa, ist es, durch unterschiedliche Trocknungsverfahren und gekonntes Mischen den gewünschten Geschmack zu erreichen. Für einen guten Tee muss alles stimmen. Ohne den entsprechenden hochwertigen Rohtee (Aracha) geht natürlich gar nichts — ohne meisterliches Mischen und Trocknen erst recht nicht.

Nur ein echter Teemeister, wie Ko Takezawa, kann aus hochwertigem Aracha (Rohtee) letztlich solche Spitzentees machen, welche Ihr dann gemütlich zuhause genießen dürft. So wird unter anderem auch der fantastische Aracha von Familie Nishi aus Kirishima von Herrn Takezawa zum edlen Kirishima-Sencha-No.1 verarbeitet.

Am letzten Tag in Shizuoka-Stadt haben wir alle — also ich und befreundete Tee- und Japanwarenhändler — gemeinsam mit unserem wohl wichtigsten Partner für japanischen Tee und den Teebauern und Verarbeitern der Region — noch einen gemeinsamen Abend bei tollem Essen und einigen Gläsern japanischen Bieres verbracht. Hier ist dann auch das Bild entstanden, bei dem mal nicht der Tee im Mittelpunkt stand, welches ich nun hier, auf persönlichen Wunsch von Ko, veröffentliche.

Die Tees, die unter der Regie des Meisters entstehen, sind die folgenden Spitzenqualitäten (es sind noch mehr, aber alles muss man ja auch nicht verraten):

Kirishima No. 1, ein Frühjahrstee von Familie Nishi aus Kirishima, der sogenannten Nebelinsel (heißt nur so, ist aber keine Insel). Natürlich der Sencha Teamaster’s Best, sowie der hachi-ju-hachi-yanotsuyu-Shincha. Außerdem weitere Tees von Familie Nishi, wie die Spezialitäten Asatsuyu, Oku Midori, sowie die Munouyaku-Serie.

 

Hinweis: Die Fotos fehlen gerade. Bitte etwas Geduld, bald sind Sie wieder da.