Blattgradierungen: Broken- und Blatt-Tee

 

Was bedeuten die Buchstaben, die hinter einigen Tee-Namen zu finden sind.

Also zum Beispiel FOP oder FTGFOP1. Früher hatten wir auch, wie die meisten Teehändler, eine lange Liste dieser Bezeichnungen in unserem Katalog. Aber irgendwann fanden wir, dass das irgendwie nichts bringt. Denn leider kommt man, egal was und wieviel man dazu schreibt, kaum dagegen an, dass diese Bezeichnungen von einigen Teetrinkern als ein besonderes Qualitätsmerkmal angesehen werden.

Diese Bezeichungen sind aber kein wirkliches Qualitätsmerkmal. Die Buchstabenkombinationen kennzeichnen eine bestimmte Blatt-Sortierung, und zwar beim schwarzen Tee. Für grünen oder Oolong Tee sind solche Bezeichnungen ziemlich sinnlos.

FTGFOP-1 heißt beispielsweise Fine/Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe-1. BOP heißt Broken Orange Pekoe. „Orange“ hat übrigens nichts mit der Orangenfrucht zu tun. Hier geht es erstmal darum, was diese beiden Blatt-Grade ganz grundlegend unterscheidet.

Erstes Bild: Assam-Broken-Tee.
Zweites Bild: Assam-Blatt-Tee.

Assam-Broken-Tee

Assam-Blatt-Tee

Im Teehandel unterscheidet man zwischen sogenanntem Blatt-Tee, dabei wird bei der Verarbeitung dafür gesorgt, dass das Blatt in sich sauber gerollt wird, und sogenanntem Broken Tee, also einem gebrochenen Blatt. Dieses gebrochene Blatt kann ganz bewusst hergestellt werden, wenn man zum Beispiel gar keinen Blatt-Tee produzieren möchte. Es fällt aber auch immer bei der Schwartee-Produktion an. Die Teeblätter werden nämlich gesiebt. Dabei erhält man eben den Blatt-Tee auch den Broken Tee.

Es entstehen auch weitere Blatt-Grade, z. B. Fannings oder Dust. Etwas problematisch an der Unterscheidung zwischen Blatt- und Broken-Tee ist, dass Blatt-Tee von vielen Teetrinkern als hochwertiger angesehen wird als etwa der Broken-Tee. Hierbei ist aber zu bedenken, dass ein Brokentee, der aus der selben Produktion wie der entsprechende Blatt-Tee stammt — wo also beide nur durch Siebung voneinander getrennt wurden — faktisch der gleiche Tee ist.

Es gibt später beim Aufguss einen Unterschied. Aus einem Blatt-Tee lösen sich bestimmte Aromen ein klein wenig langsamer und in einem etwas anderen Verhältnis, als aus dem entsprechenden Broken-Tee. Da sich also auch diejenigen Stoffe aus dem Blatt stärker lösen, die für den bitteren Geschmack sorgen, ist ein Broken-Tee meist schneller bitter als ein entsprechender Blatt-Tee. Beim Blatt-Tee überwiegen oft die Aromakomponenten, beim Broken-Tee oft die Bitter-Komponenten. Das ist jedoch nur pauschal so zu verstehen, es gibt immer Ausnahmen. Idealerweise eignen sich Brokentees wegen ihres stärkeren Extraktes besonders auch für eine aromatische Tasse Tee mit Milch, Sahne und/oder Zucker.