Tee kommt in Teekisten - wirklich?

Tee kommt in Teekisten - wirklich?

Tee kommt in Teekisten — das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht mehr wirklich richtig.

Noch vor einigen Jahren kamen fast alle Tees aus Indien und auch China in den bekannten Holzkisten. Diese Kisten bestehen nicht nur aus Holz, sondern sind innen mit einer Schicht Aluminium und einer Schicht Papier ausgeschlagen, gegebenenfalls auch mal mit einer Kunststoff-Folie.

Aber, die Zeiten der Teekiste sind endgültig vorbei. Bereits seit Jahren kommen Tees aus China in Kartons, wobei der Tee dann noch einmal in Folienbeuteln, evtl. sogar luftdicht in Vakuumbeuteln verpackt ist.

Japanische Tees werden ebenfalls vorzugsweise in luftdichten Beuteln geliefert. Speziell bei hochwertigem japanischen Tee gibt es eine Tendenz die Tees bereits in Japan in kleine Verkaufseinheiten abzupacken. Tee wird in Japan üblicherweise nicht als loser Tee verkauft, der individuell für den Kunden abgefüllt wird, sondern er wird meist in 50 g oder 100 g Tüten angeboten, so wie bei uns im Shop auch.

Tees aus Indien, also Assam, Südindien und Darjeeling, kommen hingegen zum großen Teil in dicken Kraftpapier-Säcken. Das sind mehrere Schichten Papier, teilweise mit einer Aluschicht dazwischen. Nur noch einige kleinere Gärten packen einige Tees in Kisten. Aber ist die Kiste nicht besser als der Sack? Ganz klar: Nein! Denn es gibt praktisch keinen Vorteil, den Teekisten gegenüber den speziellen Säcken und Aromaschutzbeuteln haben.

Im Zeitalter der Containerschiffe und des Lufttransportes machen Kisten gar keinen Sinn mehr. Die chinesische und japanische Art der Verpackung sind der Teekiste haushoch überlegen. In Indien lässt sich Ähnliches aber schwerer umsetzen. Die dortige oft hohe Luftfeuchtigkeit macht das Verpacken in Vakuumbeutel aufwendig und riskant. Die erforderlichen Anlagen fehlen noch weitgehend.

Jedenfalls ist die Zeit der Teekisten vorbei. Sicher, sie sehen dekorativ aus, verbreiten ein besonderes Flair der großen weiten Welt. Aber zeitgemäß sind sie nicht mehr.

Übrigens: Es bringt wirklich nichts, bei uns noch nach Teekisten zu fragen. Die Antwort wird leider immer lauten, dass wir keine Teekisten mehr zu vergeben haben.